Guck mal wie

Wie funktioniert eine Kamera?

Eine Kamera fängt Licht ein und macht daraus ein Bild. Die Linsen im Objektiv bündeln das Licht, das von jedem Punkt eines Gegenstands kommt, wieder zu einem Punkt auf dem Bildsensor. So entsteht dort ein kleines Bild, das auf dem Kopf steht. Die Blende regelt, wie viel Licht hineinkommt, der Verschluss, wie lange.

Kamera zum Drehen und Durchschauen

Was drinnen passiert

  1. Durchsicht-Kamera: gelbe und rote Lichtstrahlen laufen von Spitze und Fuß des Baums ins Objektiv, das Bild ist unscharf

    1Licht fällt ins Objektiv

    Von jedem Punkt des Spielzeugbaums fliegt Licht in alle Richtungen. Ein Bündel davon trifft die vordere Linse. Noch ist das Bild unscharf: Die Strahlen von einem Punkt treffen sich erst hinter dem Sensor und landen darauf als verwischter Fleck.

  2. Lichtstrahlen kreuzen sich im Objektiv, auf dem Bildsensor erscheint der Baum klein und auf dem Kopf

    2Linsen drehen das Bild um

    Die Glaslinsen lenken die Strahlen so, dass sich alle von einem Punkt wieder in einem Punkt treffen. Beim Scharfstellen schiebt ein Motor eine Linsengruppe um wenige Millimeter, bis dieser Punkt genau auf dem Sensor liegt. Das Bild steht auf dem Kopf.

  3. Die Blende im Objektiv ist fast geschlossen, nur schmale Lichtbündel gehen durch, das Bild auf dem Sensor ist dunkler

    3Die Blende regelt das Licht

    Zwischen den Linsen sitzt die Blende aus neun Lamellen. Bei Blende f/1,8 ist die Öffnung knapp 2 Zentimeter weit, bei f/8 nur gut 4 Millimeter. Dann kommt rund 20-mal weniger Licht durch, und die Kamera muss länger belichten.

  4. Zwei Vorhänge aus Lamellen vor dem Sensor lassen nur einen schmalen Streifen frei, nur dort fällt Licht auf den Sensor

    4Der Verschluss öffnet kurz

    In einer spiegellosen Systemkamera wie dieser steht der Schlitzverschluss sonst offen, damit das Display ein Livebild zeigt. Beim Auslösen schließt er, dann gibt ein erster Vorhang den Sensor frei und ein zweiter deckt ihn wieder ab. Bei 1/1000 Sekunde huscht nur ein schmaler Schlitz darüber.

  5. Kamera von hinten: grüne Punkte laufen vom Sensor zum Prozessor und zur Speicherkarte, das Display zeigt den Baum aufrecht

    5Aus Licht wird ein Foto

    Der Bildsensor hat Millionen Pixel, jedes macht aus Licht eine winzige elektrische Ladung. Der Prozessor liest sie aus, setzt die Farben zusammen und dreht das Bild richtig herum. Dann speichert er es auf der Speicherkarte und zeigt es auf dem Display.

Die wichtigsten Teile

Linsen
Geschliffene Glasscheiben im Objektiv, die das Licht so lenken, dass auf dem Sensor ein scharfes Bild entsteht.
Blende
Ein verstellbares Loch aus dünnen Lamellen zwischen den Linsen, das bestimmt, wie viel Licht durchkommt.
Verschluss
Zwei Vorhänge aus Lamellen direkt vor dem Sensor, die festlegen, wie lange Licht auf ihn fällt.
Bildsensor
Ein Chip mit Millionen lichtempfindlicher Pixel, der aus Licht elektrische Ladung macht.
Prozessor
Der Rechenchip der Kamera, der aus den Messwerten der Pixel ein farbiges Foto macht.
Display
Der Bildschirm auf der Rückseite, der das Livebild und die fertigen Fotos zeigt.
Akku
Ein Lithium-Ionen-Akku im Griff, der Sensor, Prozessor, Display und Motoren mit Strom versorgt.
Speicherkarte
Eine kleine SD-Karte im Griff, auf der die Fotos gespeichert werden.

So erklärst du es deinem Kind

4–6 Jahre
In der Kamera ist es dunkel. Vorne fällt Licht hinein, und die Glaslinsen malen damit ein kleines Bild auf einen Chip, und zwar kopfüber. Die Kamera dreht es wieder um, bevor du es siehst.
7–9 Jahre
Licht fliegt immer geradeaus. Licht von der Baumspitze fliegt durch das Objektiv nach unten, Licht vom Fuß des Baums nach oben. Darum steht das Bild in der Kamera auf dem Kopf, genau wie in deinem Auge.
ab 10 Jahren
Eine Sammellinse bündelt alle Strahlen, die von einem Punkt kommen, wieder in einem Punkt. Wie weit hinter der Linse das passiert, hängt davon ab, wie weit der Gegenstand weg ist. Deshalb muss eine Kamera scharfstellen.

Lochkamera aus dem Schuhkarton

Stich mit einer Nadel ein kleines Loch mitten in eine schmale Seite eines Schuhkartons. Schneide in die gegenüberliegende Seite ein Fenster und klebe Backpapier darüber. Richte das Loch auf ein helles Fenster und leg eine Decke über deinen Kopf und den Karton. Auf dem Backpapier erscheint das Bild, auf dem Kopf.

Sicherheit

  • Nie durch ein Objektiv, einen Sucher oder eine Lupe in die Sonne schauen: Gebündeltes Sonnenlicht kann die Augen dauerhaft schädigen. Die Kamera auch nicht lange auf die Sonne richten, sie kann innen Schaden nehmen.

Häufige Fragen

Wie funktioniert eine Camera obscura?

Eine Camera obscura ist ein dunkler Raum oder Kasten mit einem kleinen Loch. Weil Licht geradeaus fliegt, kommt Licht von oben unten an und Licht von unten oben. An der Wand gegenüber entsteht so ein Bild, das auf dem Kopf steht und seitenverkehrt ist. Je kleiner das Loch, desto schärfer, aber auch dunkler wird es.

Was macht die Blende bei einer Kamera?

Die Blende ist ein verstellbares Loch aus Lamellen im Objektiv. Sie bestimmt, wie viel Licht auf den Sensor fällt: Jede volle Stufe in der Reihe f/2,8, f/4, f/5,6, f/8 halbiert das Licht. Eine kleine Öffnung macht außerdem mehr vom Bild scharf, vorne wie hinten.

Wie funktioniert eine Kamera mit Film?

Statt eines Sensors liegt hinter dem Verschluss ein Film. Er ist mit Silbersalzen beschichtet, die sich bei Licht unsichtbar verändern. Erst beim Entwickeln wird daraus ein sichtbares Bild, ein Negativ, auf dem Helles dunkel erscheint. Davon macht man Abzüge auf Fotopapier.

Wie funktioniert eine Digitalkamera?

Ein Bildsensor besteht aus Millionen lichtempfindlicher Pixel. Jedes misst nur die Helligkeit, darum sitzt davor ein winziger Farbfilter, der nur Rot, Grün oder Blau durchlässt; die Hälfte der Filter ist grün. Der Prozessor rechnet aus den Nachbarpixeln für jeden Bildpunkt die volle Farbe aus.

Stand: 2. November 2026. So entstehen unsere Anleitungen

Quellen (24)
  • de.wikipedia.org: Lochkamera-Prinzip: Licht geradlinig, Bild kopfüber und seitenverkehrt, Linse statt Loch macht es heller und schärfer; Vorläufer der Kamera
  • dlr.de: Lochkamera: Bild um 180 Grad gedreht; kleines Loch schärfer, aber dunkler
  • friedrich-verlag.de: Camera obscura aus dem Karton für die Grundschule; größeres Loch heller, aber unschärfer
  • netzwelt.de: Backpapier als Bildschirm der Lochkamera
  • tutory.de: Lochkamera: Gehäuse, Loch und Schirm; Linse vor der Öffnung macht das Bild hell und scharf (wie im Fotoapparat)
  • de.wikipedia.org: Schlitzverschluss aus zwei Vorhängen; bei kurzen Zeiten läuft nur ein Schlitz über das Bild
  • canon.de: Mechanischer Verschluss: zwei Vorhänge aus Lamellen, erster öffnet, zweiter schließt nach der Belichtungszeit; elektronischer Verschluss
  • mhohner.de: Ablauf in Kameras mit Livebild: Verschluss steht offen, schließt vor der Aufnahme, Vorhänge laufen, Auslesen, öffnet wieder
  • adobe.com: Spiegellose Systemkamera: Licht fällt ständig auf den Sensor, Bild auf Display oder elektronischem Sucher
  • de.wikipedia.org: Auflagemaß spiegelloser Bajonette (Sony E 18 mm, Canon RF 20 mm, Nikon Z 16 mm) gegenüber Spiegelreflex (44–46,5 mm)
  • sony.co.in: Beispielobjektiv 35 mm f/1,8: Naheinstellgrenze 0,22 m, 9 abgerundete Blendenlamellen, 11 Elemente in 9 Gruppen
  • calumet.de: Gegenquelle zu den Objektivdaten (22 cm Naheinstellgrenze, 9 Lamellen, Fokusmotor im Objektiv)
  • fujifilm-x.com: Innenfokussierung: ein Schrittmotor verschiebt leichte Fokuselemente
  • canon.de: Fokusantrieb im Objektiv: Motoren (STM, USM, VCM) bewegen die Fokusgruppe
  • de.wikipedia.org: Blendenreihe 1,4 – 2 – 2,8 – 4 – 5,6 – 8, jede Stufe halbiert das Licht; kleinere Zahl = größere Öffnung; Öffnung = Brennweite / Blendenzahl
  • de.wikipedia.org: Irisblende als Aperturblende im Objektiv, steuert Helligkeit und Schärfentiefe
  • computerwoche.de: Bildsensor: lichtempfindliche Pixel auf einem Siliziumchip, Fotodiode wandelt Licht in Ladung
  • pcwelt.de: CMOS-Sensor: Ladung je Pixel, Umwandlung in Spannung, Weiterverarbeitung im Signalprozessor
  • dewiki.de: Bayer-Farbfilter: 50 % Grün, je 25 % Rot und Blau; Farben aus Nachbarpixeln errechnet
  • de.wikipedia.org: Film: Silbersalze, latentes Bild, Entwicklung zum Negativ, Fixieren
  • btmdx1.mat.uni-bayreuth.de: Sammellinse erzeugt ein reelles, umgekehrtes Bild; Bildweite hängt von der Gegenstandsweite ab (Linsengleichung)
  • physikexperimentieren.uni-frankfurt.de: Abbildung mit Sammellinse und Lochkamera, umgekehrtes reelles Bild (zweite Quelle zur Linsenabbildung)
  • fotokoch.de: Sicherheitshinweis: nie durch Objektiv oder Sucher in die Sonne schauen, Sehvermögen kann dauerhaft geschädigt werden
  • arc.ed.tum.de: Sicherheitshinweis Canon: nicht durch Objektiv in die Sonne blicken; gebündeltes Sonnenlicht kann Schäden und Brand verursachen

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