Guck mal wie

Wie funktioniert eine Mikrowelle?

Eine Mikrowelle macht Essen mit unsichtbaren Funkwellen warm. Ein Bauteil namens Magnetron erzeugt sie, 2,45 Milliarden Schwingungen pro Sekunde. Die Wellen prallen im Metallkasten hin und her und drehen die Wassermoleküle im Essen ständig hin und her. Das Reiben macht Wärme, zuerst in den äußeren Zentimetern. Nach innen wandert die Wärme langsamer.

Mikrowelle zum Drehen und Durchschauen

Was drinnen passiert

  1. Mikrowelle mit offener Tür, innen steht eine Tasse Wasser auf dem gläsernen Drehteller.

    1Tasse hinein, Tür zu

    Die Tasse steht auf dem Glasdrehteller im Garraum, einem Kasten aus Metall. Erst wenn die Tür zu ist, drücken ihre Haken zwei Schalter. Mit offener Tür bekommt das Magnetron keinen Strom.

  2. Durchsicht: Transformator und Lüfter im Seitenteil der Mikrowelle sind hervorgehoben, die Tasse steht im Garraum.

    2Hochspannung entsteht

    Nach dem Start macht der Transformator aus 230 Volt etwa 2000 Volt. Ein Kondensator und eine Diode verdoppeln das auf rund 4000 Volt für das Magnetron. Ein Lüfter bläst Luft über seine Kühlrippen.

  3. Durchsicht: Rote Wellen laufen vom Magnetron durch den Hohlleiter zur Öffnung in der Garraumwand.

    3Das Magnetron sendet

    Das Magnetron erzeugt Mikrowellen mit 2,45 Gigahertz. Eine Welle ist etwa 12 cm lang. Seine Antenne steckt im Hohlleiter, einem Kanal aus Metall, der die Wellen seitlich in den Garraum führt.

  4. Durchsicht: Wellen springen im Garraum zwischen den Wänden, Türgitter und Drehteller mit Tasse sind markiert.

    4Wellen prallen ab

    Die Wellen prallen an den Metallwänden ab. Das Gitter in der Türscheibe hat Löcher von 1 bis 2 mm, viel kleiner als 12 cm: Die Wellen bleiben drin, das Licht kommt durch. Der Drehteller trägt die Tasse durch heiße und kühle Stellen.

  5. Durchsicht: In der Tasse drehen sich vergrößerte Wassermoleküle, Dampf steigt auf, Wellen füllen den Garraum.

    5Das Wasser wird warm

    Wassermoleküle haben ein Plus- und ein Minus-Ende. Das Feld kippt 2,45 Milliarden Mal pro Sekunde und dreht sie hin und her; das Reiben macht Wärme. Die Wellen dringen nur wenige Zentimeter ein, darum wird es außen zuerst warm.

Die wichtigsten Teile

Magnetron
Die Röhre, die mit Hochspannung und Magneten die Mikrowellen erzeugt.
Hohlleiter
Ein rechteckiger Metallkanal, der die Wellen von der Antenne des Magnetrons in den Garraum leitet.
Transformator
Macht aus 230 Volt aus der Steckdose die Hochspannung für das Magnetron.
Lüfter
Kühlt das Magnetron, das beim Arbeiten selbst heiß wird.
Garraum
Der Metallkasten, an dessen Wänden die Wellen abprallen, damit sie im Essen landen.
Drehteller
Dreht das Essen durch heiße und kühle Stellen, damit es gleichmäßiger warm wird.
Türgitter
Ein Lochblech in der Scheibe: Seine kleinen Löcher halten die Wellen drinnen und lassen Licht durch.

So erklärst du es deinem Kind

4–6 Jahre
In der Mikrowelle steckt ein Wellenmacher. Seine unsichtbaren Wellen schubsen die winzigen Wasserteilchen im Essen ganz schnell hin und her. Davon wird es warm, so wie deine Hände warm werden, wenn du sie fest aneinander reibst.
7–9 Jahre
Das Magnetron schickt Wellen in einen Kasten aus Metall. Dort prallen sie ab wie ein Ball an der Wand. Sie bringen die Wasserteilchen zum Zappeln, und zappelnde Teilchen sind warme Teilchen. Darum wird Suppe heiß, ein leerer Teller aber kaum.
ab 10 Jahren
Mikrowellen sind elektromagnetische Wellen wie Radiowellen, nur kürzer: etwa 12 cm lang, 2,45 Milliarden Schwingungen pro Sekunde. Wassermoleküle sind kleine Dipole und richten sich nach dem Feld aus, das ständig kippt. Die Reibung macht Wärme in den äußeren Zentimetern; nach innen kommt sie durch Wärmeleitung.

Schokolade zeigt die Wellen

Ein Erwachsener nimmt den Drehteller heraus, legt eine Tafel Schokolade auf einen großen, flachen Teller und stellt ihn hinein. Etwa 20 Sekunden laufen lassen. Die geschmolzenen Stellen zeigen, wo die Wellen am stärksten sind. Sie liegen etwa 6 cm auseinander, eine halbe Wellenlänge. Vorsicht, Teller und Schokolade werden heiß.

Sicherheit

  • Kein Metall hinein: Alufolie, Alu-Schalen oder Goldränder können Funken schlagen. Manche Hersteller verbieten auch den Betrieb ohne Drehteller – dann den Schokoladen-Versuch in diesem Gerät lassen.
  • Keine Eier in der Schale, auch keine gekochten: Sie können durch den Dampf drinnen explosionsartig platzen.
  • Flüssigkeiten können über den Siedepunkt kommen, ohne zu blubbern, und beim Herausnehmen plötzlich hochkochen. Kurz stehen lassen und vorsichtig herausnehmen.
  • Nie aufschrauben: Innen arbeiten Teile mit mehreren tausend Volt.

Häufige Fragen

Warum darf kein Metall in die Mikrowelle?

Metall wirft die Wellen zurück, so wie die Wände des Garraums. An Kanten und Spitzen, etwa bei Alufolie oder Goldrändern, wird das Feld so stark, dass Funken überspringen. Das kann das Gerät beschädigen. Ein glatter Löffel im Glas ist bei manchen Geräten erlaubt, aber nur mit Abstand zur Wand; das steht in der Anleitung.

Warum hat eine Mikrowelle einen Drehteller?

Die Wellen überlagern sich im Garraum zu einem Muster aus heißen und kühlen Stellen. Der Drehteller trägt das Essen durch dieses Muster, so wird es gleichmäßiger warm. Geräte ohne Drehteller verteilen die Wellen stattdessen mit einem drehenden Metallflügel, dem Wellenrührer.

Warum soll man die Mikrowelle nicht leer laufen lassen?

Ohne Essen oder Wasser nimmt nichts die Wellen auf. Sie wandern zurück zum Magnetron und überlasten es. Darum schreiben Hersteller in die Anleitung, das Gerät nie ohne Speisen einzuschalten.

Warum ist Essen aus der Mikrowelle innen oft noch kalt?

Die Wellen dringen nur wenige Zentimeter tief ein und machen dort die Wärme. In die Mitte kommt sie langsamer, durch Wärmeleitung. Umrühren, wenden oder kurz stehen lassen hilft.

Ist Essen aus der Mikrowelle schädlich?

Nein. Mikrowellen machen das Essen nur warm, nicht radioaktiv, und sobald das Gerät aus ist, sind keine Wellen mehr da. Wichtig ist, dass das Essen überall heiß genug wird, besonders Fleisch und Babynahrung: umrühren und die Temperatur prüfen.

Stand: 2. November 2026. So entstehen unsere Anleitungen

Quellen (14)
  • de.wikipedia.org: 2,45 GHz und 12,2 cm Wellenlänge, Anodenspannung um 5 kV, keine Wasserresonanz, Funken an Metall, Siedeverzug, Grenzwert der Leckstrahlung
  • pro-physik.de: Physik Journal: Magnetron, rechteckiger Hohlleiter, Drehteller, Dipole folgen dem Wechselfeld, Wahl von 2,45 GHz wegen der Eindringtiefe
  • image-ppubs.uspto.gov: Hochspannungsteil: Transformator etwa 2000 V, Kondensator und Diode verdoppeln auf etwa 4000 V
  • data.epo.org: Transformator mit Spannungsverdoppler aus Diode und Kondensatoren für das Magnetron
  • patents.google.com: Wellenrührer an der Einkoppelöffnung, Drehteller zum Vergleichmäßigen
  • media3.bsh-group.com: Bosch-Gebrauchsanleitung: nie ohne Speisen und nie ohne Drehteller betreiben, Funken durch Metall, Eier in der Schale, Siedeverzug, Hochspannung, Rollenring
  • netzwelt.de: Türgitter: Löcher 1–2 mm gegen 12 cm Wellenlänge, Licht passt durch
  • t-online.de: Türgitter als Abschirmung (Faradayscher Käfig), Licht kommt durch
  • netzwelt.de: Eindringtiefe wenige Zentimeter, Wärme gelangt durch Wärmeleitung nach innen, nicht von innen nach außen
  • energiemarie.de: Äußere Schichten zuerst warm, Wärme wandert in Pausen nach innen
  • uni-siegen.de: Schokoladen-Versuch: Drehteller entfernt, Schmelzstellen im Abstand einer halben Wellenlänge
  • tugraz.at: Schokoladen-Versuch und Wellenlänge im Mikrowellenherd
  • bmj.com: Gekochtes Ei in der Schale platzt beim Aufwärmen (Fallbericht)
  • mi.com: Leerbetrieb: Wellen ohne Last können das Magnetron beschädigen

Noch mehr aufgemacht